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Segelboot Hanse 360 kaufen
Hanse 360 - auf Yachtall.com
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Hanse 360
Segelboot / Segelyacht: Hanse, Neuboot vorbestellt, GFK/KunststoffLänge x Breite: 11,32 m x 3,99 m, 11,32 x 3,99 m Bj.: 2026
Motor: 29 PS (21 kW)
€ 220.000
Liegeplatz: Deutschland, Laboe bei Kiel
2026
Finanzierung: z.B. mtl. € 2.352,97
Hanse 360
Segelboot / Slup: Hanse, Gebrauchtboot, GFK/KunststoffLänge x Breite: 10,60 m x 3,99 m, 10,60 x 3,99 m Bj.: 2024, Kabinen: 3
Motor: Yanmar 3JH40, 40 PS (29 kW)
€ 259.000
Liegeplatz: Italien, Toscana
2024
Finanzierung: z.B. mtl. € 2.570,95
Die Wunderkiste aus Greifswald: Hanse 360 und 360 ST
Den „European Yacht of the Year“-Award im Jahr 2025 zu gewinnen, ist für die Hanse 360 ein Kinderspiel gewesen, wenn man Insidern glauben darf: Dieses Boot scheint einfach alles zu bieten, was die Tester – immerhin die Chefredakteure der 12 größten Segelmagazine Europas – von einem Cruiser der 36/37-Fuß-Klasse sehen wollten. Die Werft in Greifswald bringt die Hanse 360 nur ein Jahr davor, 2024, auf den Markt. Damit stellt diese Yacht den vorerst letzten und jüngsten Zuwachs der Segelyacht-Familie des deutschen Yachtbauers. Ein Jahr später folgt die Hanse 360 ST, die im Prinzip sogar ein ganz eigenes Boot ist und nicht nur die „sportliche Variante“ der Yacht. Später mehr zu diesem Boot.
Das Konzept der Hanse 360: Urlaub, Segelfun und viel Komfort
Als sich die Werft um das Jahr 2020 von dem langjährigen deutschen Design-Büro Judel/Vrolijk trennt, halten Kenner der Branche den Atem an: Denn die andere deutsche Werft, Bavaria, hatte nur wenige Jahre vorher die gleiche Idee und das Ergebnis des radikalen Umschwungs spaltet bis heute die Gemüter. Die von Maurizio Cossutti gestalteten C-Line Bavaria-Segelyachten sind tolle Boote, fallen aber im Design komplett „aus der Reihe“ und haben eine Menge eingefleischter Bavaria Cruiser-Fans vor den Kopf gestoßen. Wird Hanse einen ähnlich radikalen Weg gehen und sich komplett neu erfinden?
Mit der Hanse 460 stellt man dann in Cannes 2021 die erste der neuen „Mittelmeer-Yachten“ vor, die zusammen mit Berret-Racoupeau entwickelt worden sind. Das Ergebnis begeistert Presse wie auch Kunden gleichermaßen: Die Neue ist sehr modern, aber in keinster Weise extrem. Die Neue ist richtig schick, ohne die „Signature Lines“ der Hanse-Boote zu ignorieren. Anders als Cossutti, respektiert Olivier Racoupeau das, was eine Hanse-Yacht vorher ausgemacht hatte: Er nimmt vor allem die markanten Fenster im Decksaufbau und das traditionell hoch geschlossene Cockpit und entwickelt diese Formen mit feiner Linie weiter. Er bringt das etwas eckige, kantige und leicht angestaubte Design der frühen 2000er von Judel/Vrolijk auf das Niveau der großvolumigen, sehr breiten „Mittelmeer-Yachten“, die vor allem für eines stehen: Maximaler Urlaub und Komfort!
Das Design kommt an, Hanse kann mit den neuen Racoupeau-Booten viele, vor allem nordeuropäische Kunden, die in den Jahren zu den französischen Volumenbauern gewechselt haben, wieder für die eigene Marke begeistern. Die Produktpalette wird nach und nach erneuert, die Hanse 360 stellt das vorerst letzte neu gestaltete Boot von Berret-Racoupeau dar. Somit sind nur noch die beiden kleinsten Hanse Segelboote, die Hanse 315 und die Hanse 348, noch nicht erneuert: Wann und ob das geschieht, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar.
Wieviel Platz kauft man mit der Hanse 360?
Die Bootsklasse um 11 Meter ist auf dem Markt heiß umkämpft: Durch den in den letzten Jahren sich immer mehr durchsetzenden Design-Trend, die Rümpfe (von oben betrachtet) wie Bügeleisen zu formen, entstehen riesige Innenraum-Volumina, welche im Umkehrschluss einen Bordkomfort möglich machen, den man früher in die schlankeren und vor allem am Heck wieder zusammenlaufenden Rümpfe erst ab 40 Fuß integriert bekommen hat. Heißt: Die moderne 36-Fuß-Yacht fühlt sich an, als ob sie wesentlich größer sei. Ein Effekt, den man an Bord der Hanse 360 ebenfalls sehr eindrucksvoll sehen und erleben kann.
Der Vorteil, eine von den Abmessungen her kleinere Yacht zu besitzen, liegt auf der Hand: Der Anschaffungspreis ist geringer, Unterhaltskosten für Liegeplatz und Winterlager sind geringer und man hat es einfacher, ein kleineres Boot zu segeln und zu manövrieren. Wenn man also der Familie große Kabinen, einen tollen Salon, ein geräumiges Cockpit und alle Annehmlichkeiten für den perfekten Segelurlaub auch auf 11 Metern anstatt auf 13 Metern bieten kann, warum nicht?
Das ist der große Auftritt der Hanse 360: Sie werden es selbst erleben: Hier ist Platz kein Problem. Cockpit, Sunlounges und Bänke, der Salon, die große Pantry, das tolle Dusch/WC-Bad und vor allem die Eignerkabine lassen die Herzen höher schlagen: Das perfekte Segelboot für die Ostsee!
Die Konkurrenten der Hanse 360: Was bieten Bavaria, Beneteau, Dufour und Jeanneau?
Der 37-Fuß-Markt bietet interessante und durchaus starke Konkurrentinnen, mit denen sich die junge Hanse 360 messen muss. Bleiben wir zunächst in Deutschland: Mit der C38 stellt unsere andere Werft ein ebenfalls sehr geräumiges Boot, das außen durch die extrem markanten Cossutti-Linien auffallen wird. Die Qualität des Möbelbaus bei Bavaria ist „legendär“, zumindest was das Niveau der Serienhersteller angeht. Denn hier macht keiner den Giebelstädtern etwas vor. Der Ausbau ist kurz gesagt fantastisch. Die Segeleigenschaften der C38 kommen, da sie schwerer ist, nicht an die Hanse heran, dennoch könnte der attraktive Preis (vor allem bei einfacher ausgestatteten Spezifikationen) überzeugen. Ebenfalls riesiges Volumen und einen schönen Innenausbau bietet die Dufour 37, die noch dazu einen Tick moderner innen wie außen als die Hanse 360 daher kommt: Dufour war schon immer ein seglerisches „Statement“. Auch sie wird allerdings nicht an die Agilität der Hanse 360 heran reichen, preislich sollten beiden pari sein. Beneteau schickt mit der Oceanis 37.1 einen vor allem design-technisch und seglerisch ernsthaften Konkurrenten ins Rennen: Diese Yacht ist für Segler gebaut. Der noch von Marc Lombard persönlich gezeichnete Rumpf wird vor allem als „First Line“-Version auf allen Windkursen ein harter Konkurrent für die Hanse 360 sein. Innen ist sie modern, zeitlos aber etwas „nüchtern“, zurückhaltender, als die Yacht aus Greifswald. Last not least: Mit der Sun Odyssey 350 schickt Jeanneau auch einen Lombard-Rumpf ins Rennen, der allerdings voluminöser ist und daher eher nicht so flink segeln wird. Allerdings bietet die Jeanneau einen großen Innenraum, der markentypisch etwas konservativer gestaltet ist.
Wenn Sie eine neue Yacht in 37 Fuß kaufen wollen, haben Sie also die Qual der Wahl – und die Gewissheit, dass alle großen Serienhersteller neu entwickelte, aktuelle und moderne Modelle im Angebot haben.
Hanse 360 kaufen - Rumpf, Konstruktion, Bauweise & Segelplan
Modernste Herstellungsverfahren mit Vakuum-Infusion
Während die beiden kleinsten Hanse-Boote noch mit der traditionellen Handauflege-Methode laminiert werden, kommen bei der neuen Hanse 360 die moderneren Herstellungsverfahren mit Vakuum zum Einsatz. Hierbei werden die Glasfaser-Matten „trocken“ in die Formen gelegt und nur leicht fixiert. Das Ganze wird dann mit einer Plastikfolie luftdicht verschlossen. An einem Ende der Form saugen starke Pumpen über Schläuche die Luft aus dem Zwischenraum von Form und Folie: Es entsteht ein großer Unterdruck, der die Glasfasermatten extrem zusammen presst. Durch andere Schläuche leitet man nun das Harz in diesen Zwischenraum: Bei der Hanse 360 ist dies sogar das wertige Vinylester (anstelle billiges Polyester), welches ausgehärtet viel besser gegen Osmose schützt. Durch den hohen Unterdruck wird das Harz nun durch die Glasfasermatten und in alle Ecken und die kleinsten Ritzen gesaugt. Dieser Prozess dauert einige Stunden. Nach etwa einem Tag ist das Harz-Faser-Gelege ausgehärtet, die Folie kann entfernt werden.
Ein GFK-Rumpf (oder Deck), welches mittels dieser Vakuum-Infusions-Technik hergestellt wird, ist grundsätzlich etwas leichter, etwas dünner aber Osmose-sicherer und steifer, als ein mühsam Lage um Lage von Hand aufgebauter Rumpf. Hinzu kommen die Arbeiter: Da die Werftarbeiter nun nicht mehr stundenlang mit dem flüssigen Harz (und den giftigen Dämpfen) in Berührung kommen, ist ein im Vakuum-Verfahren hergestelltes Bauteil „besser“ für die Gesundheit der Belegschaft.
Bei der Hanse 360 kommen zudem Sandwichmaterialien zum Einsatz: Das ist im Rumpf das bekannte, leichte und natürlich Balsa-Kernholz. Dieses hat viele gute Vorteile, vor allem der Aspekt dass es als Naturstoff nachwächst und daher kein Erdöl-basiertes Produkt ist, aber auch Nachteile: Wenn Balsa feucht wird und sich die Nässe in der Sandwich-Lage ausbreitet, kann das zu einem großen Schaden werden. Für den Sandwich-Kern im Deck der Hanse 360 verwendet die Werft PET-Hartschaum, der komplett aus recycleten Plastikflaschen besteht: Vorbildlich! Die tragenden Schottwände sind bei der Hanse 360 ebenfalls Komposit-Bauteile (und keine schweren Holz-Schotten!), was ein interessantes Detail ist.
Das Ergebnis ist eine sehr steife und robuste Konstruktion. Trotzdem ist die Hanse 360 im Vergleich zur größten (seglerischen) Konkurrentin mit 8 Tonnen Gewicht noch immer fast 1 Tonne schwerer, als die Oceanis 37.1 – was aber vielleicht gar nicht mal ein so großer Nachteil „im echten Leben“ ist.
Der Segelplan der Hanse 360: Von „Easy“ bis „Power“
Hanse baut schon immer Segelboote, die gut segeln sollen. Wenn Sie also eher eine Yacht kaufen wollen, die nur als Badeplattform und „schwimmendes Wasser-Loft“ dienen soll, bieten vielleicht die Bavaria oder die Dufour bessere Pakete – sollten Sie allerdings lange Schläge durch die Ostsee in die Schären Schwedens oder den dreiwöchigen Küstentörn entlang der gesamten Adria oder gar einen Ausflug auf die Kanaren im Sinn haben, dann sollte die Hanse 360 durchaus etwas höher auf der Liste stehen.
Wie bei allen Serien-Cruisern kann man das Rigg genau dem eigenen seglerischen Können und „Komfort-Faktor“ anpassen, sodass die Komplexität der Bedienung und am Ende die Segel-Performance passen. Die Hanse 360 kann mit Selbstwendefock und Rollmast (dann mit etwas mageren 59 Quadratmetern Segelfläche) sehr einfach ausgestattet sein. Dann segeln Sie dieses Boot theoretisch komplett mit nur einer Winsch. Wir empfehlen beim Kauf das andere Ende der Fahnenstange: Überlappende Genua und klassisches, durchgelattetes Großsegel. Dann kommen 67 viel besser zu trimmende Quadratmeter in den Wind, ein weiteres Upgrade auf das „Performance“-Großsegel addiert nochmals 5 Quadratmeter hinzu. Wir finden, dass diese Yacht nicht genug Segelfläche haben kann, denn gerade beim im Urlaub so beliebten Leichtwind bis zu den noch schön zu segelnden 15 Knoten TWS kann diese (nicht leichtgewichtige) Yacht alles gebrauchen.
Für die ausgeprägten Leichtwind-Reviere und Windspeeds unter 10 bis 8 Knoten kommt die Hanse 360 mit einem schönen, endlich integrierten, Bugspriet, an welchem Sie dann den beeindruckenden 103 Quadratmeter großen Gennaker oder einen 68 Quadratmeter umfassenden Code 0 für die Amwind-Kurse fliegen lassen können. Der (fehlende) Bugspriet ist/war der größte Nachteil der alten Hanse-Boote, die zurzeit nur noch als 315 oder 348 (oder auf dem Gebrauchtbootmarkt) erhältlich sind.
Als Skipper und Gast im Cockpit der Hanse 360: So geht Platz!
Bei der Konstruktion eines Segelboot-Cockpit stehen die Designer oft vor der Frage, wieviel Raum man dem „Segeln“ und wieviel man dem „Urlaub“ geben will. Je kleiner die Yacht, desto weniger Raum steht zur Verfügung: Dennoch gibt es bei beiden Nutzungskonzepten Mindestanforderungen, die sich oftmals diametral entgegen stehen: Der Steuermann/Trimmer braucht Winschen, Platz für Leinen und Klemmen und er muss gut an die Steuer- und Trimm-Elemente kommen, um die Yacht sicher und einfach segeln zu können. Andererseits wollen es sich die Gäste im Cockpit (auch während des Segelns!) gemütlich machen: Man will sich auf der Bank ausstrecken, sich vielleicht komplett lang machen und sonnen. Man möchte einen Drink zu sich nehmen oder gar ein ganzes Mahl. Komfort und Segeln: Wieviel für wen?
Die Hanse 360 löst diese Frage recht elegant, wie wir finden. Übrigens sind die Cockpit-Layouts generell schön gelöst bei den Greifswaldern. In der Hanse 360 hat man sich dazu entschieden, dem Steuermann hinter den Rädern etwas weniger Platz zuzugestehen, als dies noch bei den kleineren Hanse 315/348 der Fall war. Wir können nur raten, warum dies so ist, gehen aber davon aus, dass die Werft davon ausgeht, dass man bei langen Schlägen sowieso eher den Autopiloten steuern lassen wird und dass, wenn manuell gelenkt wird, man dann sowieso stehen würde. Diese Entscheidung schafft nun grundsätzlich mehr Platz in der „Urlaubs-Area“ des Cockpits vor den Steuerrädern.
Die Winschen der Hanse 360 sind wieder Hanse-typisch etwas gewöhnungsbedürftig angeordnet: Die Arbeitswinschen mit allen Leinen, die für die Standardsegel notwendig sind, hat man direkt vor die Steuerräder gesetzt. Damit muss der Steuermann zwar noch etwas umständlich über das Steuerrad greifen oder kurz nach vorn um das Rad herum gehen, er kommt aber schnell an die Kurbel um zu trimmen. Die Winschen für Gennaker und/oder Code 0 sind davor in etwa der Mitte des Cockpits auf dem Süll auf einen Edelstahl-Podest gesetzt, unter welches hindurch alle Leinen nach achtern zur Arbeitswinsch laufen. Dieser Anblick ist … gewöhnungsbedürftig, manche würden sagen, billig, gehört aber zur Hanse 360 (und anderen Modelle) Logik. Wenn man den Dreh einmal raus hat, segelt sich das Boot super. Allerdings befinden sich die Leinen nun im Cockpit-Raum der Gäste an Achtern, wenn man mit Gennaker segelt ist zumindest die Lee-Seite des Cockpits durch den Schoter besetzt, hier wird es nun eher ungemütlich. Das alles ist aber eine Folge der geringen Größe der Yacht – denn wie anfangs angedeutet, steht dem Konstrukteur ja nur diese Größe zur Verfügung. Auf den großen Yachten ist es einfacher, Arbeitsbereich vom Gäste/Chill-Bereich zu trennen.
Allerdings: Wir gehen auch davon aus, dass Sie eher zu zweit oder im kleinen Familienkreis die Hanse 360 segeln werden, sodass es eher seltener vorkommen wird, dass Sie das Cockpit mit vollkommen unbedarften Gästen besetzt haben …
Die Hanse 360 ST: Viel mehr, als nur die Sportversion!
Wenn Sie noch „einen drauflegen“ wollen, dann könnte sich der Kauf der Hanse 360 ST für Sie lohnen. Ursprünglich soll hierbei geplant worden sein, den performanten Rumpf von Olivier Racoupeau etwas umzugestalten und als neue Dehler für die sportive Hanse-Marke auf den Markt zu bringen. Am Ende hat man sich dazu entschieden, daraus dann doch die Hanse 360 ST zu machen. „ST“ steht dabei übrigens für „Sports Talent“. Allerdings: Diese Yacht ist eigentlich ein ganz eigenes Boot.
Sie wiegt mit 8,4 Tonnen zwar noch immer nicht weniger, aber das ist gewollt. Olivier Racoupeau hat für dieses Boot einen eigenen, tiefen T-Kiel komplett neu entwickelt. Dieser 2,13 Meter tiefgehende Kiel ist in der Finne mit vier „Hohlkammern“ versehen: Damit schafft man es, den Gewichtsschwerpunkt noch tiefer zu bekommen, was die Hebelwirkung signifikant verstärkt. Die braucht man auch, denn der 85 Zentimeter höhere Mast trägt nun 73 Quadratmeter Segelfläche, was dem Schiff etwa 10 % mehr Power unter Segeln verleihen wird, als die Standard 360 hat.
Hinzu kommen einige Veränderungen im Cockpit, das nun mit leichtem EVA-Schaum belegt ist. Innen hat man aggressivere Farben und Materialien ausgewählt, um eine sportive Atmosphäre zu schaffen. Wir würden sagen, die Hanse 360 ST ist wie der GT beim Sportwagen: Nicht revolutionär aggressiver, aber durchaus bissiger (vor allem im Auftreten).
Hanse 360 kaufen - Komfort, unter Deck
Der Zauber von Innen: Komfort an Bord der Hanse 360
Den echten Knaller werden Sie allerdings unter Deck erleben: Racoupeau kreiert das enorme Innenraum-Volumen der Hanse 360 nämlich nicht nur über die ansehnliche Breite von 3,99 Meter, sondern mit einem Design-Kniff: Der konvex gewölbte Deckssprung der Yacht, schön von der Seite zu sehen, legt volumentechnisch nochmal eine Menge Platz innen oben drauf. Da die Yacht den Mast – und damit den breitesten Punkt des Bootes – recht weit vorn hat und der Rumpf dann diese maximale Breite bis achtern mitnimmt, wirkt das Boot unten wesentlich größer als 37 Fuß: Der Effekt, den wir eingangs dieses Artikels beschrieben haben. Testen Sie es auf einer Bootsmesse oder beim Chartern: Die Hanse 360 vermittelt wirklich das Gefühl, auf einem 40-Füßer zu sein.
Cruising, Skipper oder Family-Sailing: Die Layouts der Hanse 360
Die Greifswalder bieten grundsätzlich zwei Layouts an, das zudem noch in einer Variante abgewandelt werden kann. Im Standard bekommen Sie einen 2-Kabiner mit einem großen Dusch/WC, bei dem die Dusche als XXL-Kabine abgetrennt ist. Hierbei lässt Hanse die Steuerbord-Kabine unausgebaut, mehr Stauraum für Sie, wenn Sie allein oder als segelndes Paar unterwegs sein wollen. Als Variante dieses Layouts wäre es möglich, das Steuerbord-Sofa im Salon vom Standard 3-Sitzer auf einen 2-Sitzer zu verkürzen. Dann wird eine kleine Navi entgegen gesetzt der Fahrtrichtung installiert: Kartentisch, Schaltpaneel und Funkgerät für den Skipper in Reichweite. Diese Variante macht für Allein-/Paarsegler Sinn, die ein Fahrtenboot kaufen wollen. Wenn Sie eher auf Familien-Urlaub und Daysailing/Weekend-Sailing aus sind, ist das Plus an Liegekomfort vielleicht die bessere Wahl, als die kleine Navi-Ecke einzubauen.
Als nächstes Upgrade können Sie die Hanse 360 als 3-Kabiner ordern, bei dem alles gleich zum 2-Kabiner bleibt, nur dass die Steuerbord-Kammer nun ausgebaut ist. Et voila, nun finden 6 Erwachsene in den Kabinen eine eigene, große Koje. Zwei weitere haben im Salon zur Not auch noch Platz.
Im dritten Step wäre es nun noch möglich, dass Sie in den Eignerbereich im Bug der Yacht ein eigenes Badezimmer integrieren. Für den Komfort eines eigenen Bades „opfern“ Sie dann den Kleiderschrank an Backbord. Das schöne Island-Bett muss nun etwas nach links gedreht werden – Sie schlafen nun also „schräg“ – und der gesamte Innenraum hier vorn wirkt insgesamt enger. Allerdings: Die Liegefläche des nun fast rechteckigen Bettes wird sogar ein wenig größer. Diese 3-Kabinen/2-Bäder-Variante ist aus unserer Sicht eher im Charter-Einsatz oder bei ganz großen Segel-Familien oder -gemeinschaften sinnvoll.
Hanse 360 kaufen - Solider Möbelbau. Mit Ecken.
Hanse stattet die 360 mit eher einfach gebauten Möbeln aus. Das Design ist modern, schnörkellos und praktisch. Es finden sich allerdings auch keine wirklich schön gemachten Highlights, wie etwa Kanthölzer, Griffe oder Massivholz-Teile. Das macht Bavaria deutlich besser. Zu bemängeln wären hierbei vor allem die einfachen Umleimer an den Tischkanten, die klassischerweise als erste „aufgeben“ (aber auch recht einfach zu reparieren sind). Hier würden wir uns wünschen, dass die Werft diese mit massiven oder lamellierten Teilen verstärkt, was sofort auch die Wertigkeit des Gesamteindruckes anheben würde. Allerdings: Damit ist Hanse nicht allein. Die Ausbauqualität ist bei Jeanneau und Beneteau ähnlich (einfach), nur besagte unterfränkische Werft und Dufour bieten hier eine höherwertige Ausbauqualität, allerdings haben diese Boote bekanntlich auch ihre Schwachstellen.
Was die Werft wiederum sehr schön löst, wie wir finden, ist die massive, sehr wertige Treppe hinauf ins Cockpit. Auch sind die Beschläge, Scharniere und das Furnier der Möbel selbst sehr gelungen. Besonders die Qualität der Polster im Salon und an Deck sind ebenfalls als sehr gut hervorzuheben. Dank vieler Optionen in der Preisliste können Sie Ihre Hanse 360 beim Kauf farblich und haptisch von modern-hell bis klassisch-dunkel so gestalten, wie Sie es mögen. Andere Anbieter haben da weniger Spielraum.
Viel Platz in den Kabinen. Und Licht.
Hervorzuheben ist noch das Platzangebot der Achterkammern: Hier kommt das große Volumen der Hanse 360 voll zum Tragen. Früher waren die Achterkabinen enge, feuchte und dunkle „Höhlen“, in denen man zudem kaum stehen konnte. An Bord der Hanse 360 ist das alles kein Problem. Zwar bietet sie noch keine achteren Rumpffenster (die gibt es erst auf der Hanse 410, eine Nummer größer), trotzdem ist das natürliche Licht hier ausreichend, um ein angenehmes Gefühl zu vermitteln. Die Schränke sind groß genug, der Platz zum An/Ausziehen ebenfalls. Leider gibt es keine „wirkliche“ Eignervariante, bei der man das Badezimmer halb in die nicht genutzte zweite Achterkammer integriert – dies würde bei der Hanse 360 nochmals enorm viel Platz für die verbliebene Achter-Kabine schaffen, wenn man das Längsschott auch noch verschieben würde. Sicher ist das zu viel Aufwand, weil dann die Pantry auch nach Steuerbord müsste. So aber ist immer noch genug Platz, obschon das Potenzial aus unserer Sicht noch viel mehr zugelassen hätte.
Apropos Pantry: Die L-Küche bietet mit 135 Litern Kühlvolumen einen großen Kühlschrank und viel Arbeitsfläche für den Schiffskoch. Dieser blickt in den hellen Salon: Hanse-typisch sind alle Fenster im Kabinenaufbau zu öffnen, zusätzlich zu dem Skylight im Dach. Das sorgt auch beim heißesten Hochsommer für eine gute Durchlüftung des Bootes.
Zusammenfassung und Fazit
Lohnt es sich, die Hanse 360 zu kaufen?
Wenn Sie eine sehr moderne, agil und flott segelnde Yacht um 37 Fuß kaufen wollen, dann sollte die Hanse 360 auf Ihrem Zettel stehen. Der leistungsfähige Rumpf von Berret-Racoupeau ist dank Einzelrudersteuerung besonders responsiv und gibt sogar einiges an Feedback vom Ruder zurück an den Steuermann. Da die Yacht nicht unbedingt als Leichtgewicht daher kommt, sollten Sie möglichst viel Segelfläche an den Mast bringen und auch Gennaker/Code 0 für die Leichtwindsegelei anschaffen. Unter Deck verwöhnt Sie die Hanse 360 mit überragendem Platzangebot und dem Feeling einer 40-Fuß-Yacht. Eine tolle Ostsee-Yacht, die auch auf dem Mittelmeer eine gute Figur macht: Urlaub, Segeln, Spaß – das ist die Hanse 360! Wer es etwas „bissiger“ (vor allem optisch) will, der wird mit der Hanse 360 ST eine etwa 10 % rasanter segelnde Sportversion bekommen.
Hanse 360 kaufen - Das gefällt uns besonders:
- Modernstes Rumpfdesign nach neuesten Cruising-Standards.
- Agiles Segelverhalten auf allen Windkursen.
- Überragendes Raumgefühl unter Deck, fast wie in einem 40-Füßer.
Hanse 360 kaufen - Da sollten Sie genau hinschauen:
- Etwas enge Steuermanns-Position.
- Etwas schweres Gesamtgewicht.
- Möbelbau-Qualität im Detail recht einfach geraten.
Weitere Reviews und Testberichte:




















