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Segelboot Hanse 510 kaufen
Hanse 510 - auf Yachtall.com
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Hanse 510
Segelboot / Kreuzer/Fahrtenyacht: Hanse, Neuboot, GFK/KunststoffLänge x Breite: 15,97 m x 4,91 m, 15,97 x 4,91 m Bj.: 2027
Motor: Yanmar, 110 PS (81 kW), Diesel
€ 472.900
Liegeplatz: Spanien, El Masnou
2027
Finanzierung: z.B. mtl. € 4.323,54
Hanse 510
Segelboot / Kreuzer/Fahrtenyacht: Hanse, Gebrauchtboot, GFK/KunststoffLänge x Breite: 15,97 m x 4,91 m, 15,97 x 4,91 m Bj.: 2022, Kabinen: 3
Motor: Yanmar 4JH80
€ 528.000
Liegeplatz: Spanien, Vigo
2022
Finanzierung: z.B. mtl. € 4.827,30
Hanse 510
Segelboot / Slup: Hanse, GebrauchtbootLänge x Breite: 15,97 m x 4,91 m, 15,97 x 4,91 m Bj.: 2024, Kabinen: 4
Motor: 80 PS (59 kW), Diesel
€ 524.800
Liegeplatz: Kroatien, Marina Kastela, Kaštel Gomilica
2024
Finanzierung: z.B. mtl. € 4.798,05

Hanse 510
Segelboot / Segelyacht: Hanse, Gebrauchtboot, GFK/KunststoffLänge x Breite: 15,97 m x 4,91 m, 15,97 x 4,91 m Bj.: 2023
Motor: Yanmar, 80 PS (59 kW), Diesel
€ 459.800
Liegeplatz: Kroatien, At Request
2023
Finanzierung: z.B. mtl. € 4.203,78
Hanse 510
Segelboot / Segelyacht: Hanse, Neuboot vorbestelltLänge x Breite: 15,97 m x 4,91 m, 15,97 x 4,91 m Bj.: 2026
€ 499.000
Liegeplatz: Deutschland, Laboe bei Kiel
2026
Finanzierung: z.B. mtl. € 4.562,18
Hanse 510
Segelboot / Segelyacht: Hanse, Neuboot konfigurierbar, GFK/KunststoffLänge x Breite: 15,97 m x 4,91 m, 15,97 x 4,91 m Bj.: 2026, Kabinen: 3
Motor: Yanmar, 80 PS (59 kW), Diesel
€ 562.751
Liegeplatz: Deutschland
2026
Finanzierung: z.B. mtl. € 5.145,02
Das „kleine“ große Flaggschiff: Hanse 510
50 Fuß sind für die meisten Serienhersteller „Heimspiele“. Warum? Endlich haben sowohl die Konstrukteure als auch die Einkäufer genug Platz und finanziellen Spielraum, um nicht an allen Ecken und Enden sparen zu müssen. Im wahrsten Sinne des Wortes – weil eben auch die Kundschaft bei einer Yacht um 14 bis 15 Meter sehr viel höhere Ansprüche an den Luxusfaktor des Bootes stellt und bereit ist, dafür auch das entsprechende Budget auszugeben.
Fangen wir daher gleich mit den Kaufpreisen an: Für eine der aktuellen 50-Fuß-Segelyachten der fünf großen Hersteller sollten Sie Budgets von 550.000 bis 750.000 Euro (inkl. MWSt.) bereit halten. Die Basispreise variieren teilweise sehr stark, wenn Sie allerdings am Ende der verlockend und oftmals üppig ausgestalteten Optionslisten angekommen sind, kommen nochmals etwa 30 % des Basispreises für Pakete und Optionen oben drauf.
Bei diesen großen Summen dürfen Sie zurecht ein großes Plus an Bauqualität, Umfang und Qualität der Ausstattung sowie Komfort erwarten. Übrigens genauso, wie die großen Flottenbetreiber der Charter-Industrie auch, denn 50 Fuß sind neben den 45ern die beliebteste Bootsgröße im Verleihgeschäft. Daher bieten alle Hersteller auch Mehrkabinen-Varianten (4 bis 5 Kabinen) mit „abgespeckter“ Ausstattung, was Rigg und Komfort angeht, sodass hier die von diesem Business geforderten niedrigeren Preise erreicht werden können.
Das Konzept der Hanse 510: Med-Style Luxury meets German Easy Sailing
Nachdem sich die Greifswalder Werft, durch den Umstieg von den traditionellen „Haus- und Hof-Designern“ von Judel/Vrolijk im Jahre 2019/2020 auf das französische Büro Berret-Racoupeau, mit der Hanse 460 wie mit einem Paukenschlag in die oberen Regionen der Serienhersteller katapultieren konnte, schickt man 2024 die zweitgrößte Yacht der momentanen Produktpalette ins Rennen. Die neue Richtung, die die Franzosen eingeschlagen haben ist klar: Mediterranes Segeln steht von nun auch bei Hanse im Vordergrund: Das sind sehr breite, für Halb- und Vorwind optimierte Rümpfe, die vor allem unter Deck großes Volumen und damit Luxus bieten.
Gleichzeitig hat man aber sehr genau analysiert, was nur wenige Jahre vorher beim deutschen Yachtbau-Kollegen Bavaria passiert ist: Die sind nämlich auch auf einen neuen Konstrukteur umgestiegen, dessen neue Yacht-Designs allerdings einen sehr harten, extremen Bruch zu dem bisher von Bavaria gewohnten Stil darstellten. Die C-Linie, nach Designer Maurizio Cossutti benannt, lässt fast nichts mehr von gelernten visuellen Attributen der durchaus liebgewonnenen und bewährten Cruiser-Linie erkennen. Viele Stammkunden und Bavaria-Fans wenden sich ab: Zu aggressiv und zu brutal kommen die neuen, sehr eckigen und extrem modernen Yachten daher. Obwohl gut gebaut und durchaus gut segelnd, kann Bavaria die C-Linie nicht übermäßig erfolgreich bei neuen Kundengruppen etablieren, denn das Markenimage ist und bleibt nun mal … Bavaria. Am Rande: Es lohnt sich allerdings sehr wohl, dass Sie sich auch die Cossutti-Yachten anschauen! Doch zurück zu Hanse.
Olivier Racoupeau geht die Sache anders an: Kein brutaler Bruch mit der Vorgeschichte und viel Respekt für die Marke und gelernte Linien zeichnen seine Arbeit aus. Er gestaltet ebenfalls hochmoderne, ansprechende Linien, die allerdings viele Reminiszenzen an die Vorgängermodelle zulassen. Er schafft es, seine Hanse-Boote mit einem Mal in eine vollkommen neue, sehr moderne Design-Generation zu heben, allerdings eben ohne Hanse-Fans und Kunden vor den Kopf zu stoßen. Die Hanse 510 stellt dabei keine Ausnahme dar: Sie reiht sich wunderbar neben ihren Vorgängerinnen ein.
Dennoch, bei allen Design-Kniffen, sie ist und bleibt eine waschechte Hanse – mit allen Aspekten, die Segler an den Yachten dieser Marke immer geschätzt haben. Auch als so große Segelyacht bietet Hanse ein Rigg- und Winschen-Setup an, mit dem das Boot von einer Person sicher gesegelt werden kann: Selbstwendefock und E-Winschen sei Dank. Bugstrahl- und Heckstrahlruder sollten bei einer Yacht dieser Größe eine Selbstverständlichkeit sein, denn auch wenn die Hanse 510 weiterhin mit Einzelruder ausgestattet ist, diesen Koloss sicher im Hafen zu bewegen hat Priorität.
Modernes Design: Berret-Racoupeau zeichnet eine schicke, schlanke Segelyacht
Die Hanse 510 ist eine breite Yacht: Mit 4,91 Metern auf einer Rumpflänge von 15,25 Metern kommt sie recht wuchtig daher, vor allem, wenn man sie von achtern betrachtet. Hier ist auch gleich eines der großen Highlights dieser Yacht: Die Dingi-Garage. Dennoch schafft es Racoupeau, diese „Wuchtigkeit“ die Innen für sehr viel Volumen sorgt, visuell so zu verpacken, dass die Hanse 510 im Gegenteil sogar als schlank wahrgenommen wird.
Zunächst verpasst er ihr ein vergleichsweise niedriges Freibord. Im Vergleich zur Bavaria C50 wirkt die Hanse 510 geradezu filigran, was das angeht. Hinzu kommt ein flacher Decksaufbau, der langgezogen wird und achtern leicht abgestuft zum Cockpit hin wieder flacher wird. Wenn die Hanse 510 ohne Sprayhood oder T-Top segelt, wirkt sie sehr elegant. Der Auftritt wird zunehmend sportlicher durch den negativ invertierten Steven, der das Markenzeichen der aktuellen Racoupeau-Yachten bei Hanse ist: Zwar ist dieser vergleichsweise schwere Cruiser niemals seglerisch in der Lage, die von extrem schnellen High Performance-Racern abgeschaute Form des „Wavepiercer“-Bugs auch so einzusetzen, aber schick es allemal! Der schön integrierte Bugspriet (wichtig für die Leichtwindsegelei) konterkariert die nach innen gekrümmte Linie, die sehr ausgeprägte Kimmkante im Vorschiff sowie die langgezogenen, schmalen Rumpffenster „verlängern“ optisch den Rumpf. Letztlich sind die Hanse-typischen beiden Wasserlinien-Aufkleber ähnlich wie die Racing Stripes an Autos das letzte i-Tüpfelchen im visuellen Auftritt der Hanse 510: Stark!
Die Yacht wirkt viel schlanker und ranker, als sie ist, sehr dynamisch und fast schon ein wenig aggressiv. Wir haben folierte Hanse 510 mit dunklen Rümpfen gesehen, deren Aura fast an die einer Solaris aus dem Luxus-Segment heranreichen konnte.
Die Konkurrenz bei 50-Fuß-Segelyachten: Sie haben die Wahl
Wir haben es schon angedeutet. Das Angebot auf dem Markt für 50-Fuß-Segelyachten ist sehr breit. Die fünf großen Serienhersteller haben allesamt sehr unterschiedliche Yachten in ihrer Produktpalette, die sich nicht nur in den absoluten Werten (also Länge, Breite und Volumen) unterscheiden, sondern auch im Charakter: Von Luxus-Badeinsel mit Resort-Charakter zur Fahrtenyacht für die Weltumrundung.
Wichtig ist, dass Sie sich zunächst der metrischen Unterschiede bewusst werden. Denn „50-Fuß-Klasse“ ist keine feste Größe. Entscheidend ist dabei die Rumpflänge und die Breite, denn aus diesen beiden Werten (plus eigentlich der Stehhöhe innen) ergibt sich das nutzbare Innenraum-Volumen. Als „kleinste“ Yachten in diesem Segment ist hierbei die Sun Odyssey 490 von Jeanneau zu nennen. Wie ihre Designation schon verrät, zählt die sich eher zu den 49-Fuß-Yachten (obwohl es diese „Klasse“ nicht gibt). Mit 14 x 4,50 Meter Abmessungen bietet sie dennoch jede Menge Platz innen, hat aber keine Dingi-Garage.
Gefolgt von der nagelneuen Oceanis 52 von Branchenführer Beneteau. Bisher konnte man sich bei Beneteau immer auf exzellente Segelleistungen und ein schönes, modernes Ambiente mit dem allerdings einfachsten Möbelbau „verlassen“. Anbieter wie Bavaria oder Dufour, die einen sehr hochwertigen Möbelbau anbieten, hatten hier immer einen bequemen Vorsprung. Das ändert sich nun, denn die Oceanis 52 (wie auch die Oceanis 47) in der neuen achten Generation haben deutlich bei der Ausbauqualität nachgelegt. Auch die Oceanis 52 hat keine Dingi-Garage, bietet aber viel, viel Platz (vor allem im Cockpit) und – na klar – segelt hervorragend.
Die Hanse 510 und die neue Oceanis 52 sind von den Abmessungen her bis auf wenige Zentimeter fast gleich groß, was interessant ist. Mit 15 Meter Rumpflänge und genau 5 Metern Breite folgt dann die massive Bavaria C50. „Massiv“ ist das richtige Wort, denn diese Yacht ist diametral genau das Gegenteil der Hanse 510. Ihr Auftritt ist groß, in allen Dimensionen. Keine Yacht der 50er-Klasse bietet mehr Innenraum-Volumen, Kabinengröße, Badezimmer-Platz oder Salon-Luxus. Wer eine Yacht kaufen will, die einem schwimmenden Loft oder Ferienhaus nahe kommen soll, der wird die C50 sicher ziemlich weit oben auf der Liste haben. Seglerisch eher im mittleren Bereich, begeistert diese andere deutsche Marke mit Luxus und Platz pur. Gut gemachter Möbelbau und, je nachdem welcher Ausstattungslinie man folgen möchte, zudem auch noch preislich attraktiv.
Schlusslicht (oder Anführer?) in der 50-Fuß-Klasse ist die Dufour 54, die eigentlich mit knapp 16 Metern Rumpflänge und ansehnlichen 5,25 Metern Breite schon eine Klasse höher angesiedelt sein sollte. Wir lassen sie aber hier bei den 50ern „mitspielen“, denn wir finden, dass diese Yacht der Hanse 510 vom Charakter her am nächsten kommt. Zwar sind die Linien von Umberto Felci deutlich bulliger, aber die Segeleigenschaften der Yacht durchaus vergleichbar. Sie ist ebenfalls mit nur einem Ruderblatt ausgestattet und hat eine große Dingi-Garage. Innen bietet die Dufour das in Details überraschend extravagante und frische Interieur-Design von Luca Ardizio, kommt also moderner und extravaganter daher, als die Hanse. Wenn Ihnen die Hanse 510 zu „deutsch“ oder sachlich wirkt, wäre die Dufour der Kandidat für die etwas „andere“ Yacht.
Nun haben Sie beim Kaufen die Wahl! Schauen Sie sich die Yachten auf jeden Fall bei einer Bootsmesse oder im Wasser bei einer Testwoche im Charter genau an. Auch wenn die Endsummen bei fertig konfigurierten 50-Füßern oftmals gar nicht so weit auseinanderliegen mögen – ihre Charaktere tun es allemal!
Hanse 510 kaufen - Rumpf, Konstruktion, Bauweise & Segelplan
Die Hanse 510 in der Herstellung: Robust und hochwertig
Serien-Hersteller versuchen, getrieben von hohen Lohnkosten und vor allem den stetig steigenden Energiekosten, gerade bei der Produktion der großen Teile einer Yacht, sinnvoll zu sparen. Lohnkosten deshalb, weil ein Segelboot – auch im industrialisierten Serienbau – zu fast 100 % noch immer in kompletter Handarbeit gebaut wird. Vor allem beim Laminieren von Rumpf und Deck sind viele gut ausgebildete Hände notwendig, um mittels „Handauflegeverfahren“ Schicht um Schicht die Strukturen aufzubauen. Energiekosten auf der anderen Seite sind relevant, weil man die Werkshallen in der Rumpf- und Deckproduktion auf bestimmte Temperatur- und Luftfeuchte-Bereiche einstellen muss. Das sind teils riesige Hallen, die hier im Winter beheizt und im Sommer eventuell gekühlt und entfeuchtet werden müssen: Und das an 365 Tagen im Jahr!
Einsparen kann man zudem auch immer teurer werdendes Material. Die beiden Grundbestandteile einer modernen GfK-Segelyacht sind Glasfasermatten und synthetische Harze, wie Polyester. Beides Erdöl-Produkte.
Eine Möglichkeit, alle „Fliegen mit einer Klappe“ zu schlagen und zudem die Arbeitsbedingungen für die Werftarbeiter signifikant zu verbessern, sind moderne Vakuum-Infusions- und -Injektions-Verfahren in der Lamination. Hersteller wie Bavaria oder Dufour sind hier fast schon komplett umgestiegen, die Beneteau-Gruppe legt sogar noch mit recycling-fähigen Harzen einen drauf. Bei Hanse herrscht noch „Mischproduktion“: Es gibt Boote, die werden handlaminiert und welche, bei denen das Vakuum-Verfahren zum Einsatz kommt.
Die Hanse 510 wird ebenfalls (noch?) gemischt hergestellt. Die großen Rumpfteile werden handlaminiert, wobei ein Sandwich-Kern aus Balsaholz verwendet wird. Die Bodengruppe und anscheinend auch das große Deck der Yacht werden anscheinend schon vakuum-infusioniert.
Warum ist das wichtig? Neben den wirtschaftlichen Einsparungs-Aspekten profitiert auch die Yacht selbst. Denn Infusion/Injektion spart Material und damit Gewicht. Man bekommt festere Strukturen, die aber dünner sind und weniger wiegen. Weniger Gewicht ist immer gut für bessere Segelleistungen – gerade bei den Urlaubsyachten, die ja vornehmlich bei schönem Wetter (also wenig Wind und wenig Welle) gesegelt werden wollen. Und ganz ehrlich: Umweltschutz, Ressourcenschonung und eine bessere Arbeitsumgebung für diejenigen, die das Produkt herstellen, sind nie verkehrt. Allerdings, Vakuum-Infusion produziert jede Menge Plastikmüll und kann sogar auch teurer sein, weil „bessere“ Harze (Vinylester anstelle Polyester) benutzt werden. Wie bei allem also ein zweischneidiges Schwert.
Möglichst einfach und sorgenfrei oder Power? Der Segelplan.
Bei der Hanse 510 können Skipper aus dem Vollen schöpfen, was die Besegelung der Yacht angeht. Traditionell verbaut die Werft Riggs vom schwedischen Marktführer Seldén, die wir für die besten Produkte der Branche halten, was Aluminium-Masten für Serienschiffe angeht. Als Eigner können Sie in der einfachsten Variante ein Rollfock mit Selbstwende-Einrichtung und einen Rollmast (inmast Furling) bestellen. Dann bringt die Hanse 510 insgesamt 119 Quadratmeter Segelfläche an den Wind. Bei dieser Konfiguration raten wir zum Upgrade auf vernünftiges Fahrtenlaminat – vor allem das Rollgroß sollte mit vertikalen Latten ausgestattet sein, denn lattenlose, einfache Dacron Roll-Großsegel sind nicht trimmbar und am Wind fast wirkungslos. Über die Zeit verlieren preiswerte Dacron-Segel schnell an Form und damit Effektivität.
Wer die Power des Rumpfes auskosten will und zudem die ganze Palette der Segeltrimm-Möglichkeiten für Vor- und Großsegel nutzen will, der wählt die überlappende Genua mit dem klassisch durchgelatteten Großsegel aus. Mit dieser Konfiguration stehen Ihnen nun 126 Quadratmeter Segelfläche zur Verfügung – die allerdings vernünftig getrimmt werden können. Eine Selbstwendefock hat keine Holepunktverstellung und kann nur über die eine Schot auf den Windwinkel eingestellt werden, was vor allem bei den Halbwind-Kursen nicht sonderlich gut funktioniert. Die Genua kann vom Cockpit aus jederzeit in den Holepunkten verstellt werden und exakt für jeden Windwinkel optimiert werden. Hinzu kommt die Achterstagstalje der Hanse 510, welche nur für klassische Masten verfügbar ist, mit derer man die Bauchigkeit des Segels verändert.
Von den Trimmmöglichkeiten des Lattengroßsegels ganz zu schweigen: Durch die horizontalen Segellatten ist überhaupt ein Flügelprofil möglich, das für Vortrieb sorgt. Davon kann ein Rollgroß nur träumen. Sollten Sie also mit Ambitionen segeln oder eine echte Segelreise mit der Hanse 510 als Fahrtensegler planen, ist diese Konfiguration ratsam. Für ausgeprägte Starkwind-Reviere kann man sich zur Genua selbstverständlich die Selbstwende-Schiene montieren lassen und bei Bedarf die Genua gegen die kleine Fock tauschen. So behalten Sie sich die universelle Einsetzbarkeit der Yacht, etwa bei einer Weltreise, vor. Allerdings: Die Hanse 510 hat wie alle Cruiser nur ein Vorstag, man kann also nur entweder Genua oder die Fock segeln.
Gennaker und Code 0 müssen sein!
Mit knapp 17 Tonnen Leergewicht ist die Hanse 510 durchaus am „schweren“ Ende der Skala unserer 50-Füßer anzusiedeln. Nur die größere Dufour 54 hat mit 16,5 Tonnen eine ähnlich große Verdrängung. Die kleinste, die Jeanneau nämlich, kommt auf knapp 12 Tonnen, die Oceanis 52 von Beneteau auf 14,5 Tonnen und die massive Bavaria immer noch auf 15,5 Tonnen Leergewicht. Bei allen dieser Yachten sollte ein Gennaker zur Mindestausstattung der Segel an Bord gehören.
Moderne Gennaker können mittlerweile per Knopfdruck als Furling-Gennaker vollkommen automatisch vom Heck aus bedient werden, wobei wir immer zu den weniger anfälligen und jederzeit sicher runter zu bekommenden Bergeschlauch-Alternativen raten würden. Der Gennaker der Hanse 510 entfaltet sich auf beeindruckenden 206 Quadratmetern und wird die Yacht bei schwachem Wind souverän segelnd vorantreiben, lange, bevor Sie die Maschinen hinzu nehmen müssten.
Für spitzere Windwinkel als 80 Grad bis zum Amwind-Segeln empfiehlt sich ein Code 0, der bei der 510 94 Quadratmeter groß ist.
Unterschätzen Sie nicht die Leichtwindsegelei, denn gerade für ausgesprochene Urlaubsyachten in sommerlichem Schwachwind sind diese Segel unerlässlich. Keiner möchte stundenlang mit dem Diesel durch das Traumrevier tuckern. Moderne Gennaker und Code 0 sind einfach und sicher zu bedienen (es ist ja wenig Wind und daher kaum Welle). Die bunten Segel bieten zudem einen beeindruckenden Anblick und aktiven Segelspaß.
XXL-Badeplattform und Dingi-Garage: Riesen Pluspunkte!
Highlight der Hanse 510 außen ist die riesige Badeplattform. Hier hat die Werft eindeutig Anleihen aus dem Motoryacht-Bereich gezogen. Die Badeplattform ist bei der Hanse 510 nicht nur zum ins Wasser springen und wieder an Bord kommen gedacht: Sie ist so riesig, dass sich hier locker zwei Erwachsene auf Handtüchern zum Sonnenbaden lang machen können.
Die Plattform senkt sich bis knapp über die Wasseroberfläche ab, was einen sehr einfachen und sicheren Einstieg zum Baden ermöglicht. Wenn Sie mit Kindern oder älteren Menschen segeln wollen, ist das ein absolutes Sicherheitsplus. Hinzu kommt, dass Hanse traditionell tolle, sehr robuste und feste Edelstahlteile (im ganzen Schiff, siehe Handrails) verbaut. Keine andere Yacht im 50er-Segment bietet eine so gut gemachte, rigide und luxuriöse Leiter ins Cockpit.
Dahinter liegt die Dingi-Garage. Diese fasst bei der Hanse 510 ein Beiboot mit maximal 2,70 bis 2,80 Metern Länge. Das sogenannte „Smart Tender System“ ist bei der Yacht ein Hebearm, der wie ein kleiner Kran das Beiboot seitlich schwenkend in die Garage hebt oder wieder hinaus-schwenkt. Das Beiboot wird also quer zur Fahrtrichtung gelagert, was zudem innen Platz spart. Nur die Dufour 54 (die allerdings größer als die Hanse ist), bietet sogar Beibooten mit 3,10 Metern Länge Platz.
Ähnlich gut ausgestattet, was die Beiboot-Garage angeht, ist die Bavaria C50, deren Größe mit der Hanse 510 vergleichbar ist. Hier wird das Dingi ganz klassisch längs über Rollen an Bord gezogen und zu Wasser gelassen. Beneteau und Jeanneau bieten keine Heckgaragen: Deren Philosophie ist, dass sich Garagen erst ab 55 Fuß „lohnen“ und man daher lieber allen Innenraum für die Kabinen nutzt. Die Oceanis 52 hat teleskop-artig ausfahrbare Davits achtern, die einen komfortablen Dingi-Transport ermöglichen. Bei der Jeanneau muss das Dingi entweder abgebaut und in den Backskisten verstaut oder (unschön!) auf dem Vorschiff festgezurrt werden.
Punktsieg hier also für die Hanse 510! Die riesige Plattform und die schön große Garage sind in dieser Klasse unschlagbar.
Viel Luxus: Das Cockpit der Hanse 510
Das Bordleben eines Cruisers und Urlaubsbootes spielt sich im Cockpit ab. Hanse hat für das große Cockpit den Bereich für Skipper und Steuermann klar vom Gästebereich abgetrennt. Alle Leinen laufen verdeckt bis direkt an die Steuerräder, sodass die ganze Yacht komplett von hier hinten kontrolliert und sicher gesegelt werden kann. Die Anordnung der Instrumente, die Steuermanns-Sitzpositionen und auch der zur Verfügung stehende Platz hinter den Rädern ist groß – hier herrscht bei kleineren Hanses sonst eher Platzmangel. Die Winschen sind so angeordnet, dass man sowohl die Standardsegel (Fallen, Reffleinen, Schoten, Strecker) wie auch die Schot der Leichtwindsegel auf den sekundären Winschen leicht bedienen kann, ohne dass die Gäste im Cockpit im Leinengewirr sitzen oder ständig aufstehen müssten.
Da es zwei Cockpittische gibt, muss noch weniger aufgestanden werden, weil man jederzeit bequem zwischen ihnen nach unten ins Yachtinnere gelangen kann. Die Tische können individuell verstellt und sogar – vollkommen abgesenkt – zu riesigen Sonnen- und Liegewiesen verwandelt werden.
Obwohl nicht gerade „hübsch“, ist das feste GfK-Bimini als T-Top eine wichtige Option für alle, die in sehr sonnenreichen Gebieten unterwegs sind. Das rigide T-Top bietet dabei nicht nur Schutz vor der schädlichen UV-Strahlung, sondern könnte auf dem Dach eine nicht unerhebliche Anzahl von Solar-Paneelen aufnehmen.
Hanse 510 kaufen - Alle Informationen für Skipper/Segler
Dynamisch und agil: Eine der seglerisch interessantesten 50er
Wenn Sie eine gut segelnde Yacht kaufen wollen, dann sollte die Hanse 510 zusammen mit der Oceanis 52 und der Dufour 54 auf Ihrem Zettel ganz oben stehen. Alle drei würden wir als die seglerisch interessantesten Boote dieser Klasse sehen. Die Hanse hat dabei noch ein relativ „schlankes“ Länge-Breiten-Verhältnis und sollte daher von allen drei Booten die beste Amwind-Performance haben. Allerdings: Auch eine Hanse ist mittlerweile extrem breit geworden und damit eher für die Reaching-Kurse ausgelegt: Feststampfen am Wind in der Welle und vor allem das unangenehme Aufklatschen in selbige mit dem gefährlichen Mastpumpen ist auch hier ab bestimmter Windspeed und Wellenhöhe zu erwarten. Dann hilft nur frühes Abfallen.
Investieren Sie in gute Segeltuche, denn das billige Standard-Dacron ist meist nach einer oder zwei Saison schon von der Imprägnierung befreit und verliert sehr schnell seine Form. Gerade beim Rollgroß sollten Sie in vertikale Latten investieren.
Einzelruder-Yachten: Dinosaurier oder „Segeln wie früher“?
Neben Hanse setzt nur noch Dufour auf die Einzelruder-Steuerung. Alle anderen Anbieter statten ihre sehr breiten Yachten mit den – unter Segeln – sehr viel effizienteren Doppelrudern aus. Wie alles an Bord einer Yacht, hat auch die Entscheidung für die Steuerung seine ganz speziellen Vor- und Nachteile. Einzelruder sind mechanisch einfacher, müssen aber viel robuster und damit schwerer ausgelegt werden, da die Scherkräfte beim Steuern höher sind. Sie bieten dafür aber wenigstens etwas Feedback vom Wasser an den Steuerrädern und erleichtern unter Maschine das Manövrieren, da das Ruderblatt im Schraubenstrom steht. Doppelruder sind komplexer und damit wartungsintensiver. Da sie nicht hinter dem Kiel stehen sind diese auch anfälliger für Beschädigungen durch Treibgut. Feedback am Steuerstand wird es auch eher weniger oder keines geben. Aber: Gerade bei Speed ist die Lenkung agiler, schneller und erfordert wesentlich weniger Kraft (was die Batterien unter Autopilot schont).
Welcher Typ sind Sie?
Hanse 510 kaufen - Komfort, unter Deck
Segelnder Palast: Die Hanse 510 innen
Wie bei einer 50-Fuß-Yacht zu erwarten, empfängt Sie die Hanse unter Deck mit einem überragenden Platzangebot. Die Schiffsbreite wird von den Wanten bis ganz nach hinten mitgenommen, sodass Sie an Bord auch große Badezimmer und vor allem richtig geräumige Achterkammern für die Gäste vorfinden werden. Hanse steht schon immer für modernes, geradliniges Interieur-Design, welches nicht nur schick, sondern zeitlos daher kommt. Keine Schnörkel, kein überbordender Luxus, sondern luxuriöses Understatement und seemännische Praxis-Nähe.
Wir schwanken noch zwischen „genial“ und „brachial“, was das zentrale Möbelstück angeht, welches die Dinette vom Pantry-Bereich abgrenzt. Dieses Teil ist sehr dick ausgeführt und nimmt daher einen Großteil des Raums im Salon ein. Das lösen andere Hersteller sehr viel filigraner und eleganter. Allerdings: Hier drinnen verbirgt sich der Skipper’s Place: UKW, Hauptschaltpult und Tochtergeräte. Das alles wird vom Captain im Stehen bedient, was für die Moderne dieser Yacht spricht – allerdings auf Kosten einer klassischen Navi-Ecke. Zudem muss dieses Pult immer geöffnet werden: Ein schneller Blick auf das Paneel, ob die Positionslampen an sind oder nicht ist so nicht mehr möglich. Neben der Schiffssteuerung verbirgt sich hier zudem jede Menge Stauraum. Und auf der gegenüberliegenden Seite eine bequeme Sitzbank für die 6. und 7. Person um am Dinner-Tisch Platz zu nehmen.
Wir mögen dieses Möbel, obwohl es eine Menge Platz wegnimmt, denn es schafft auch einen sicheren Halt für den Schiffskoch, der in der großen Längspantry zu Gange ist. Alternativ kann man die Pantry etwas verkürzen und für den Langfahrt-Skipper wieder einen schönen Kartentisch mit Schalt-Ecke einbauen. Dann entsteht hinter ihm ein „Hauswirtschaftsraum“, der in anderen Layoutvarianten zum Bad oder zu einer Pullman-Kabine umgebaut werden kann.
Die Hanse 510 hat ein recht klassisches Layout, wobei direkt neben dem Niedergang an Backbord das große Tagesbad ist. Leider ist auch bei der Hanse 510 in der Eignervariante mit 3 Kabinen und 2 Bädern das zweite Bad an Backbord angeordnet, was beim Segeln mit Krängung auf Steuerbord-Bug zu Problemen bei der Spülwasserzufuhr führen kann. Hier wäre es cleverer gewesen, die WCs jeweils an Steuer- und Backbord zu verteilen. Allerdings: Wer segelt mit starker Krängung lange gegenan?
Ansonsten ist alles sehr gut verbaut, die Möbelbau-Qualität der Hanse 510 ist serienbau-typisch solide. Hanse hat schicke Furniere und setzt vor allem in Sachen Beschläge und Edelstahlteile Maßstäbe.
Fünf Layouts – für jedes Segelprogramm ist etwas dabei
Die Hanse 510 ist in vielen Layouts zu bekommen. Wer als klassisches Eigner-Paar kaufen möchte, der fängt bei 3 Kabinen und zwei Badezimmern an. Man kann nun ein drittes Badezimmer für die Steuerbord-Achterkabine hinzu wählen. In der Standard-Variante haben Sie die Möglichkeit, entweder das Tages-Bad mit einer großen, extra Duschkabine und Zugang vom Salon aus zu wählen – oder das Bad ohne separate Dusche mit exklusivem en-suite Zugang nur über die Achterkammer auszurüsten. In diesem Fall würde sich die Dinette im Salon ebenfalls vergrößern.
Das Steuerbord-Badezimmer, wenn gewählt, ist nur mit dem en-suite Zugang zu haben, was wir sehr gut finden, denn es erhöht immens den Komfortfaktor: Niemand möchte nachts zum Austreten erst durch den Salon laufen, sondern direkt von der Kabine in das Bad wechseln können. Vorn ist beim Eigner – in einer übrigens sehr schön gelungenen, großen und lichten Eignerkabine – das Bad an Backbord eingebaut. Es verfügt immer über eine extra Dusche. Hier vorn können Eigner zwischen einem großen Schrank für mehr Stauraum oder einem „Office“ wählen: Ein Arbeits-/Schminktisch direkt rechts neben dem Eingang. Im Standard ist hier der Schrank eingebaut, daran anschließend ein großer Sessel, der sich hervorragend zum Be- und Entkleiden eignet.
In den Mehrkabinen-Versionen, die eher für den Charter-Einsatz genutzt werden, kann die Hanse 510 bis zu 5 Kabinen aufnehmen. Anstelle der riesigen Segellast im Vorschiff könnte dann zusätzlich noch eine sechste Kabine für den Skipper eingebaut werden. Eine große, schöne Auswahl also, um die Hanse 510 beim Kaufen an Ihr Segelprogramm anzupassen!
Luftig unter Deck: 18 Luken!
Erwähnenswert ist noch der Einsatz von Fenstern und Luken an Bord der Hanse 510. Nicht weniger als 18 Luken sind an Bord zu öffnen, darunter die gesamten Seitenfenster im Aufbau. Dies ermöglicht auch an heißen Tagen einen angenehmen Durchzug, bevor die Klimaanlage angeschaltet werden muss. Die Rumpffenster und die vor allem die vielen Skylights im Dach fluten den Salon förmlich mit Licht!
Am meisten profitieren die Achterkabinen hiervon, die sehr hell und freundlich gestaltet sind. Kein Plastik ist zu sehen, alles ist mit Paneelen verkleidet oder in Holz. Die Hanse 510 glänzt damit mit einer sehr lichten Atmosphäre – sicher ein Plus auch an Tagen mit schlechtem Wetter, denn die Zeiten, in denen Yachten unten zurecht noch als „dunkle Mahagoni-Höhlen“ bezeichnet wurden, sind längst vorbei. Zumindest, wenn man eine 510 segelt.
Zusammenfassung und Fazit
Lohnt es sich, die Hanse 510 zu kaufen?
Die Hanse 510 ist eine sehr moderne, sehr schicke und in Details progressive Segelyacht. Der negative Steven und das niedrige Freibord erzeugen eine schöne Silhouette, die zu den lebhaften Segelleistungen des Bootes passt. Innen geräumig, modern und schick eingerichtet, glänzt diese Yacht vor allem mit einer tollen XXL-Badeplattform und ausreichend dimensionierten Dingi-Garage. Wer eine große Segelyacht mit Luxus-Faktor und ausgewogener Performance kaufen möchte, der sollte sich die Hanse 510 genauer anschauen!
Hanse 510 kaufen - Das gefällt uns besonders:
- Modernes, dynamisches und leicht aggressives Design.
- Riesige Badeplattform und große Dingi-Garage.
- Viele Layoutvarianten und Spielraum auch für Eigner.
Hanse 510 kaufen - Da sollten Sie genau hinschauen:
- Große Yacht, die Bug- und Heckstrahlruder sinnvoll benötigt.
- Braucht Segelfläche, gerade bei Leichtwind.
- Zentrales Möbelstück im Salon ist zwar praktisch, nimmt aber jede Menge Platz weg.
Weitere Reviews und Testberichte:













































