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Segelboot Hanse 590 kaufen
Hanse 590 - auf Yachtall.com
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Das luxuriöse Flaggschiff: Im Segel-Express Hanse 590
Beim Flaggschiff, der größten Yacht der aktuellen Serie, „erlaubt“ die Werft ihren Konstrukteuren und den Design-Büros meist, etwas mehr zu machen. Es darf etwas mehr Platz geben, etwas mehr Luxus, etwas mehr massives Holz und natürlich die etwas besseren Beschläge, Ausrüstungsteile und Anbau-Equipment. Die Idee dahinter ist natürlich klar: Auf Yachtmessen werden alle, wirklich alle Besucher durch diese Yacht laufen wollen – und sie alle sollen beeindruckt sein, sollen staunen, sollen träumen. Und dann sollen sie ruhig die Boote kaufen, die sie selbst haben wollen: 30 Fuß, 35 Fuß oder 40 Fuß, sie sollen aber immer ein wenig an das Flaggschiff dabei denken. Und glauben, dass sich ein bisschen von dem Komfort und dem überbordenden Luxus auch auf ihrem, kleineren Boot finden wird. Den Effekt kennen wir von den Autos her: Schumi bewegt den Ferrari, wir fahren den Fiat.
In diesem Licht betrachtet, Glückwunsch, wenn Sie das erforderliche Budget von etwa 1,3 bis 1,7 Millionen Euro aufbringen können, um sich ernsthaft in dieser Bootsklasse umzuschauen und zu kaufen! Hier „oben“ wird die Luft allerdings etwas „dünn“ und zurzeit die Konkurrenz-Situation zwischen den großen Serien-Anbietern etwas einfacher, als bei den kleineren Yachten.
Die Flaggschiffe des Wettbewerbs, ein direkter Vergleich
Eine Yacht in 60 Fuß zu bauen bedeutet für einen Serienhersteller Stress. Denn eigentlich ist man den sehr kostenschonenden, möglichst effizienten „kleinsten gemeinsamen Nenner“ gewohnt, um die Boote so preiswert wie möglich anbieten und auch massenhaft verkaufen zu können – der Spagat besteht hierbei meist „nur“, die unterschiedlichen Anforderungen der Privat-Eigner und der Charterflotten-Betreiber unter einen Hut zu bringen. Bei einer Luxusyacht um die 16 bis 17 Meter Rumpflänge sieht das anders aus: Die Absatzzahlen sind hier geringer, die Ansprüche von Eignern und Charter-Anbietern ähneln sich zumeist sogar (denn jemand, der eine 60-Fuß-Yacht mit Skipper mietet, möchte Luxus und bezahlt auch dafür) aber eben auch die Ansprüche an die Fertigungs- und Ausbauqualität. Beneteau reagiert hierauf beispielsweise, indem man den "Premium Service" eingerichtet hat: Eine eigene Abteilung, die sich von der (abgetrennten) Produktion über den Bau bis zur Übergabe und weiteren Betreuung ausschließlich um die „VIP-Kunden“ kümmert.
Mit der Oceanis Yacht 60 hat diese Werft aus unserer Sicht auch den heißesten Konkurrenten zur Hanse 590 auf dem Markt. Das Design von Lorenzo Argento und Roberto Biscontini ist zeitlos und elegant, die Yacht sieht extrem sexy aus und passt hervorragend an die Luxus-Stege der Cote d’Azur. Das Innenraum-Konzept, vor allem der Salon und der wirklich einzigartige Eignerbereich sind als genialer Interieur-Wurf zu bezeichnen. Und segeln tut sie auch verdammt gut. Behalten Sie diese Yacht im Auge!
Jeanneau bringt mit der Jeanneau Yachts 60 ein etwas längeres, aber schmaleres Flaggschiff ins Rennen. Sie ist mit ganzen 19 Layoutvarianten extrem anpassbar an individuelle Anforderungen und bietet großes Volumen. Jeanneau legt anscheinend eher weniger Wert auf Segelperformance, wohl aber auf Luxus. Das Ambiente ist unter Deck aus unserer Sicht eher enttäuschend sachlich, umwerfend allerdings ist das Mega-Cockpit, welches unheimlich viele und große Chill-Zones bietet.
Bavaria hat mit der C57 keine wirkliche 60-Fuß-Yacht im Angebot. Sie ist etwas kürzer als die Wettbewerberinnen, dafür aber auch die leichteste. Wenn man das sehr eckige und wuchtige Cossutti-Design mag, wird die Bavaria C57 mit der aus unserer Sicht besten Verarbeitungsqualität im Innenraum beeindrucken. Sie ist sehr modern, bleibt dabei gediegen. Bei Wind segelt sie zudem überraschend wendig und agil, ein Attribut, das man eher den Unterfranken vergibt – ein Irrtum.
Dufour hat (zurzeit?) keine 60-Fuß Yacht im Angebot, hier hört die Palette der angebotenen Yachten bei 54 Fuß auf. Es wird gemunkelt (Stand: Januar 2026), dass die Werft allerdings an einem nagelneuen Flaggschiff in dieser Klasse arbeitet.
So oder so: Bis auf die kleinere Bavaria sollten Sie besagte 1,3 bis 1,7 Millionen Euro Budget verfügbar haben – und auch ein wenig Zeit mitbringen. Da die Werften nicht mehr als etwa maximal 2 Einheiten pro Monat bauen können, sind hier bei manchen Marken durchaus Vorlaufzeiten von 8 bis 12 Monaten ab Yachtbestellung einzukalkulieren. Eine Alternative könnte der Gebrauchtbootmarkt sein, auf den wir am Ende dieses Artikels näher eingehen werden.
Modernes Design, wuchtiges Auftreten: Die Hanse 590 ist eine beeindruckende Erscheinung
Kommen wir zur Hanse 590 selbst. Die Yacht ist noch sehr neu. Der Berret-Racoupeau Entwurf wurde auf dem Cannes Yachting Festival 2024 vorgestellt und befindet sich seit dem im Bau. Es sollten also noch nicht so viele Einheiten gebaut sein. Getreu der neuen Formen- und Liniensprache der Franzosen, waren die Designer bemüht, das Freibord der Yacht so flach wie möglich zu halten, ebenso den Kabinenaufbau. Die Wuchtigkeit der Vorgängermodelle von Judel/Vrolijk ist damit passé, was man vor allem sehr gut an der wunderschön gelungenen Hanse 460 sieht. Beim Flaggschiff allerdings geht dieser Plan nicht so einfach auf, denn die Hanse 590 ist allein ihrer Abmessungen wegen schon ein „wuchtiger“ Auftritt: Mit 17,60 Meter Länge über alles und einer Breite von 5,30 Meter bietet sie am Steg ein beeindruckender Anblick. Auch wenn Racoupeau der Hanse 590 ebenfalls den gerade so modernen negativen Steven verpasst, im Vorschiffsbereich nahe der Wasserlinie Chines einzieht und auch das Heck mit recht präsenten Soft-Chines versieht, wirkt die Yacht unter Segeln vor allem von achtern betrachtet etwas „klobig“. Was nicht „nicht schön“ heißen soll – aus unserer Sicht sind hier im Vergleich die Linien von Argento bei der Oceanis Yacht 60 einfach eleganter und sexier. Die Hanse 590 wirkt dabei „technischer“ und auch ein wenig aggressiver – mehr Mustang als Mercedes SL, was sicher auch Fans hat.
Einfach segeln! Das Konzept der Hanse 590
Segelyachten von Hanse, egal ob die kleinen oder die ganz großen, sollen immer vor allem eines: Gut segeln, und das so einfach wie möglich. Eine 60 Fuß große Yacht zu bewegen ist auch für erfahrene Skipper eine Herausforderung, denn nicht nur die Abmessungen des Rumpfes sind (vor allem im Hafen) eine ganz neue Liga, sondern auch die Segelflächen, die man am Mast in den Wind zu bringen hat.
Hanse versieht daher die 590 in der Standard-Ausführung nur mit einem kompletten Roll-Rigg. Das bedeutet, dass man das Großsegel lediglich in den Mast rollen kann (81 Quadratmeter) und eine einfach zu bedienende Selbstwendefock mit 60 Quadratmetern bekommt. Diese Segelfläche reicht bei mäßigem bis starkem Wind locker aus, um die knapp 23 Tonnen Leergewicht des Bootes zu bewegen. Wer mehr "Power“ will, kann auf klassisches Lattengroß und überlappende Genua upgraden. Interessantes Detail: Die Reffleinen beim Lattengroß laufen für die Hanse 590 nicht außen, sondern werden innen durch den Baum geführt – das sieht sehr schick aus!
Sie will also ein Segelboot sein und sieht hier auch ihre Stärken. Wenn Sie als Skipper das aktive Segeln, vielleicht lange Schläge oder gar die große Schleife im Programm haben, sollte die Hanse 590 in Betracht gezogen werden. Nicht in Betracht ziehen sollten Sie den Verzicht auf die Leichtwindsegel, denn solche Boote sind natürlich vorrangig dazu da, den perfekten Urlaub auf dem Wasser zu ermöglichen – und dieser Urlaub findet zumeist in sommerlichen, warmen Revieren statt. Und dann bei wenig Wind. Eine so schwere Yacht braucht bei Windspeeds von unter 10 Knoten sicher einen Gennaker oder Code 0. Auch diese bis zu atemberaubend 235 Quadratmeter großen Blister können heutzutage bequem (und auch Knopfdruck) gefurlt werden, was die Bedienung sehr einfach macht. Keine Angst also vor den großen Segeln!
Hanse 590 kaufen - Rumpf, Konstruktion, Bauweise & Segelplan
Mischverfahren in der Herstellung: Moderne Serienfertigung
Die Hanse 590 profitiert in der Herstellung von den Vorteilen des klassischen Handauflege-Verfahrens einerseits und der modernen Vakuum-Infusionsmethode andererseits. Die Werft nutzt das jeweils effizientere Verfahren bei bestimmten Bereichen der Yacht, um eine möglichst feste, verwindungssteife und haltbare Struktur dieses Bootes zu erzielen. Hervorzuheben ist dabei der Fakt, dass bei Hanse (auch bei den kleineren Yachten) die Schottwände nicht aus dem klassischen Bootsbau-Sperrholz bestehen, sondern im Kompositverfahren (mit Vakuum) gezogene, hochfeste und belastbare Teile sind. Diese werden an Rumpf und Deck laminiert (nicht geklebt), und sorgen im Verbund später für eine fast monolithisch feste Struktur. Ein Qualitätsmerkmal, das Hanse selbst hervorhebt und was sie von vielen anderen Serienbauern unterscheidet.
Die Yacht besteht aus einer „Außenschale“, die der Rumpf ist, einer untrennbar mit dieser verbundenen Innenschale, den Schotten und dem Komposit-Deck. Es wird zur Einsparung von Gewicht nur bis etwa zur Wasserlinie massiv laminiert, darüber und in Bereichen ohne strukturelle Bedeutung setzt die Werft einen Sandwich-Kern in das Laminat, der zumeist aus dem leichten Balsa-Holz besteht. Es entsteht eine robuste, sichere Konstruktion – selbstverständlich ist die Hanse 590 für die CE-Kategorie A für die unlimitierte Ozeanfahrt in Winden über 8 Beaufort und Wellen über 4 Meter zertifiziert.
Für wen eignet sich die Hanse 590?
Eine klare Empfehlung abzugeben ist gerade bei den großen Luxusyachten schwierig. Aber genau in dieser großen Bandbreite liegt auch das Schöne in der 60-Fuß-Klasse: Denn diese Yacht können Sie als Eigner-Paar zu zweit genausogut kaufen, wie als Familie oder klassische Charter-Kombo mit 12 Personen in der Miete. Auch die Hanse 590 bietet dazu Layoutvarianten, vom 3 Kabiner (Eigner-Version) bis zum 5-Kabiner (mit Skipper-Kammer im Vorschiff) für den Charter-Einsatz.
Highlight: Cockpit!
Der Fokus dieser Yacht liegt eher auf dem seglerischen Aspekt, denn auf Luxus vor Anker. Hier ist die Jeanneau Yacht 60 und auch die kleinere Bavaria C57 aus unserer Sicht im Vorteil, da diese mehr Chill-Zones und eine größere Variabilität bieten. Was uns bei der Hanse 590 besonders schön gefällt, ist die Gestaltung des Cockpits – für die Steuermänner und -frauen!
Kein anderer Anbieter hat sich hier so viel Mühe gegeben, zumindest was die Segler und Trimmer angeht. Denn rund um die Steuerstände kann sich der Skipper auf einer großen L-förmigen Bank in jeder denkbaren Position hinsetzen, langmachen, anlehnen und das aktive Segeln genießen. Theoretisch könnten hier hinten jeweils 4 Personen sitzen! Da die Arbeitswinschen, mit denen alle Standard-Segel bedient werden, auf die Innenseite des Cockpits gelegt sind, ist eine schnelle, sichere und bequeme Bedienung jederzeit möglich.
Einziger Wermutstropfen: Anders, als bei den kleineren Hanse-Yachten sind die beiden Winschen für die Leichtwindsegel-Schoten nicht direkt vom Steuerstand aus bedienbar. Hanse hat diese wieder wie bei den Judel/Vrolijk-Vorgängerinnen auf den Süll im Cockpit gesetzt – diesmal aber weit nach hinten versetzt. Direkt dahinter werden die Steuermanns-Bänke im Prinzip noch einmal montiert: Hier kann der Gennaker-Trimmer nun ebenfalls auf einer sehr großzügig bemessenen L-Bank Platz nehmen um den Blister zu bedienen. So landet keine Leine im Gästebereich. Diese leicht erhöhten Sitzbänke bieten einen wunderbaren Blick über die Yacht und sollten tolle Sweet-Spots für den morgendlichen Kaffee beim Segeln und die Ausschau nach Delphinen sein. Allerdings stellt sich die Frage, ob die Konstrukteure diesen Platz nicht – ähnlich wie Jeanneau – für größere Sunlounges hätten nutzen können, denn die doppelten L-Bänke wirken schon etwas wie im Kino. Aber – sie sind durchaus Ausdruck der Segel-Fokussierung des Bootes.
Im Gästebereich des Cockpits sind – klassentypisch – zwei Cockpittische für beide Sitzbänke eingerichtet. Im Standard sind das eher einfach gehaltene Stahlbügel mit Klapp-Platten. Wenn schon, denn schon – würden wir sagen: Hier ist das Upgrade auf die elektrisch höhenverstellbaren Cockpittische fast schon Pflicht! Denn so können Ihre Gäste nicht nur die Tischgröße auf den Anlass anpassen (also Frühstück oben, wenig Fläche, Drink & Coffee-Break unten, Dinner oben mit maximaler Fläche), sondern die Tische komplett auf das Sitzniveau der Bänke absenken. Mit zusätzlichen Polstern versehen, entstehen nun zwei große Sunlounges und Chill-Zones, ein Muss für eine solch große Yacht!
Es verwundert ein wenig, dass Hanse die riesige Fläche, die auf dem Vorschiff zur Verfügung stünde, nicht nutzt, um hier auch weitere feste Sunlounge-Flächen zu integrieren. Statt dessen gibt es mobile „Matten“, die man sich hier vorn hinlegen kann. Tatsächlich bietet in dieser Klasse nur die Beneteau eine feste, schön integrierte Doppel-Liege an: Perfekter Platz zum Sonnenbaden (denn achtern ist meist das Bimini aufgespannt) oder zum Buch lesen, fernab des Trubels im Cockpit. Kombiniert mit einem Sunshade am Vorstag sicher auch als Matte auf der Hanse ein zusätzlicher Lieblingsplatz.
Eigentlich Pflicht: Das feste T-Top.
Uns gefällt das feste, aus GfK gefertigte Bimini der Hanse 590! Normalerweise zerstören Sprayhood und vor allem das Bimini die schönen Linien einer jeden Segelyacht. Es gibt aus unserer Sicht wenige Boote, bei denen ein fixes, festes Bimini wirklich „schön“ aussieht. Verzichten sollten Sie allerdings auf den wirksamen Sonnenschutz auf keinen Fall, denn gerade unter Seglern ist das Hautkrebsrisiko sehr hoch.
Das feste T-Top von Hanse kann achtern über dem Cockpit mittels horizontaler Rollvorrichtung geöffnet werden – so kann man zeitweise doch Sonne ins Cockpit lassen oder nachts den Sternenhimmel sehen. Beim Segeln selbst ist der Blick ins Rigg für einen echten Skipper unerlässlich – hiermit kein Problem. Besonders gefällt uns, dass Hanse die Form so geschnitten hat, dass beide Steuerstände und auch die Position des Gennakertrimmers geschützt werden, zumindest, wenn die Sonne (oder der Regen) direkt von oben kommen. Ein weiterer Vorteil des festen Bimini ist zudem, dass man zum Segelpacken im Großbaum hier einen festen, sicheren Stand findet.
Für Skipper, die mittels Solar für stetes Nachladen der Bordbatterien sorgen wollen, bietet sich die Dachfläche natürlich als perfekter Ort für die Installation einer Bord-PV-Anlage an.
Zum T-Top gehört noch eine schöne „Frontscheibe“ hinzu, welche die klassische, hochgeschlossene Sprayhood zumindest in warmen Seegebieten überflüssig macht. Sie hält Wind und Gischt aus dem Cockpit fern und passt vom Designer her sehr gut zum insgesamt aggressiv-modernen Auftreten der Hanse 590. Gut gemacht, Werft!
Tolle XXL-Badeplattform mit riesiger Dingi-Garage
Ebenfalls gut gemacht ist die riesige Tender-Garage im Heck. Um an das Beiboot zu kommen lässt man hydraulisch die Badeplattform herunter. Ähnlich wie auch bei der etwas kleineren Hanse 510 ist diese im beeindruckenden XXL-Format gehalten, eignet sich also ebenfalls sehr gut zum Sonnenbaden. Der Clou: Die Plattform lässt sich ungewöhnlich tief bis knapp über die Wasseroberfläche hinabsenken, was vor allem badenden Kindern oder älteren Mitseglern den (Wieder-)Einstieg erleichtert. Nachteil: Es klatschen die Wellen von unten dagegen, was manche als enervierend empfinden könnten.
Die Tender-Garage ist die größte der 60-Füßer-Klasse und kann ein Dingi bis 3,10 Meter Länge fassen. Besonders geeignet für die Hanse 590 sind der Highfield OM 310 oder der Williams Turbojet 285. Das Besondere ist der Lademechanismus, welcher aus einem elektrischen Kran besteht, der – anfangs etwas gewöhnungsbedürftig – das Boot seitlich heraus- und wieder hineinschwenkt. Das Beiboot wird also quer zur Fahrtrichtung gelagert. Dadurch behalten die Achter-Kabinen innen ihre maximale Größe. Bei allen anderen Booten dieser Klasse werden die Beiboote ebenfalls elektrisch, aber längs zur Fahrtrichtung über Rollengestelle in die Garage gezogen. Hier bieten sowohl Beneteau als auch Jeanneau Tender mit maximal 2,90 bis 3 Metern Länge Platz. Wenn Sie größere Dingies verwenden wollen, könnte man mit dem partiellen Ablassen von Luft aus den Kammern eventuell vor allem breitere Beiboote unterbringen. Das sollte aber gut recherchiert und getestet werden.
Welche Farbe soll es sein?
Hanse bietet an, den Rumpf der Hanse 590 zu lackieren. Neben den beiden Gelcoat-Farben Weiß und Grau sind als Lackierung ganze 6 schicke Rumpftöne erhältlich, von Himmelblau über „Premium Black“ bis zum leidenschaftlichen Bordeaux-Rot. Zudem können Sie zwischen 8 synthetischen Decksbelägen (synthetisches Teak) wählen. Aus unserer Sicht bietet das so kein anderer Serienhersteller ab Werft, hier müssten Lackierung oder alternative Folierung separat beauftragt werden.
Hanse 590 kaufen - Komfort, unter Deck
Wow-Effekt unter Deck: Schönes Echtholz-Furnier!
Die Interieurs sind bei den aktuellen Hanse-Booten aus unserer Sicht überraschend sachlich ausgefallen. Anders, als die doch sehr aufmerksamkeitsstarken Exterieurs mit den einprägsamen Linien von Olivier Racoupeau, die fast schon seglerisch-aggressiv wirken, findet sich davon im Innenraum der Boote wenig wieder. Das mag daran liegen, dass ein Yacht-Interieur eher entspannen soll – eine ruhige, loftige und helle Atmosphäre für den Urlaub. Auch das Flaggschiff wirkt unter Deck überraschend sachlich – klare Linien, ein klassisch „gelerntes“ Layout, keine Schnörkeleien oder verspielte Unnötigkeiten. Lediglich die ungewohnt „feminine“ Form des Dinner-Tables in der Dinette und die Lamellen-Front am zentralen Küchenmöbel stechen heraus: Das finden wir gut, denn so hat das Design zwei visuelle Höhepunkte, die dadurch umso mehr wirken können.
Natürlich kann man zwischen verschiedenen Hölzern, Paneel-Farben, Farben der lackierten Möbeloberflächen, Farben für die Corian-Arbeitsplatten der Pantry und selbstverständlich auch für den Boden und die Polster wählen: Alle Varianten sind nochmals deutlich wertiger gestaltet, als bei den kleineren Yachten – eben ganz so, wie es sich für eine Luxusyacht und vor allem als Flaggschiff gehört!
Am meisten beeindruckt uns die Variante mit Echtholz-Eichenfurnier. Echte Maserung, schöne, große Flächen, die an manchen Orten sogar eine fortlaufende Maserung über das gesamte Möbel oder die Front bieten. Das gibt es sonst nur bei X-Yachts, Solaris & Co. Hanse spendiert diesen Aufwand nicht nur dem Salon, sondern zieht das in allen Kabinen und sogar in den Badezimmern durch: Bei solch schönen Holzoberflächen braucht es keine Schnörkel mehr!
Wie immer sind alle Beschläge und vor allem die Edelstahlteile (wie die Haltegriffe) bei Hanse besonders schick gemacht. Auch wenn nur kleines Detail, die Niedergangs-Treppen gehören aus unserer Sicht zu den schönsten aller Serienanbieter. Hier unten herrscht durchaus Palast-Stimmung, ohne den überbordenden „Dubai-Effekt“. Und dieses Understatement finden wir richtig klasse!
Die Layouts der Hanse 590
Im Standardlayout ist die Hanse 590 immer als 3-Kabiner mit 3 Badezimmern zu haben. Im Eignerbereich sind Dusche und WC in zwei getrennten Kammern untergebracht, was wir sehr gut finden. Aufpassen: Es gibt im Standard kein dezidiertes „Tagesbad“, das WC also, das auch Tagesgäste während des Segelns benutzen können. Denn die beiden hinteren Badezimmer sind in dieser Konfiguration ausschließlich „en suite“, also durch die Achterkabine, zu betreten. Das ist super für die Intimität der Gäste unterwegs, eher unangenehm für „fremde“ Tagesgäste. Hier kann Abhilfe geschaffen werden, indem man das Backbord-Bad mit einer zweiten Tür ausstatten kann, die das Bad dann vom Salon und von der Kabine aus öffnen lassen. Nachteil hierbei: Tagesgäste müssen dann immer durch die Dusche.
In einer weiteren Variante können Sie im Vorschiff die riesige Segellast durch eine voll ausgestattete Skipper-Kabine ersetzen. Das wäre interessant bei Charter-Yachten oder Booten, bei denen sich die Eigner einen Skipper leisten wollen. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass bei dieser Konfiguration jede Menge Stauraum verlorengeht: Allein der Segelsack eines Gennakers nimmt für eine 60-Fuß-Yacht schon beachtliche Dimensionen an (vom Gewicht ganz zu schweigen), und den will man ganz sicher nicht in einer Achterkammer stopfen …
Als 4-Kabiner wird schließlich die große Eignerkammer längs geteilt, die ehemalige Eignerdusche wird zum WC für die zweite Vorschiffskammer. Diese Variante wird sicher nur im Charterbetrieb gefahren, Eigner sollten sich den Raum hier vorn nicht „zerstören“, denn hier gibt es noch eine weitere, interessante Spielart …
Klassisch oder Loft-Style? Die Eigner-Suite.
Denn Sie haben hier vorne die Wahl, ob Sie lieber das klassische Island-Bett mit Dusche WC getrennt haben möchten, oder das „Loft“ wählen. In dieser Variante wird das Eingerbett in Fahrtrichtung an das Salonschoot (nicht mehr an das Schott zur Segellast/zum Skipper ganz vorn) aufgestellt, an die Backbord-Seite versetzt. Aus der ehemaligen Dusche an Steuerbord wird ein riesiger Schrank, daran anschließend ein kleines Sofa/Chaisselongue, das sich hervorragend zum Be-/Entkleiden eignet, dazu gibt es einen kleinen Arbeits-/Schminktisch.
Das neue Eignerbad ist nun ganz vorn: Hier haben WC und getrennte Dusche viel mehr Platz, es entsteht der Eindruck eines echten, großen Raumes. Aber Achtung: Dieses Layout hat seine Nachteile wenn man unterwegs ist auf See – denn das nun an Backbord versetzte Bett wird beim Segeln auf Steuerbord-Bug in bewegter See oder gar bei Krängung fast unbenutzbar, wenn man nicht Leesegel installiert. Auch das nun sehr weit vorn installierte WC – am weitesten vom Drehpunkt des Kiels entfernt – wird einige Meter mehr an „Auf und Ab“ in den Wellen mitmachen: Seekrankheit. Wir halten diese Loft-Layoutvariante daher eher für den Einsatz vor Anker, im Hafen oder bei sehr ruhigem Wellengang für sinnvoll. Wenn Sie eine weite, womöglich ozeanische Seereise planen, wäre das klassische Layout etwas praxisnaher.
Beeindruckende Achterkammern – hier bin ich Gast, hier darf ich’s sein!
Die große Überraschung sind für uns die Achterkabinen, die an Bord der Hanse 590 richtig gut gelungen sind! Vor allem die etwas größere Steuerbord-Kabine bietet viel Licht, viel Luft und mega-viel Stehhöhe! Viel Stauraum in Kleiderschrank und Overhead-Regalen, jede Menge von dem schicken Furnier-Holz und vor allem große Betten. Ihre Gäste werden diese Kammern nicht mehr verlassen wollen!
Wie bei allen neuen Hanse-Yachten glänzen sowohl die Kabinen wie auch der Salon mit viel natürlichem Licht. Das kommt vor allem durch die strategisch gut platzierten und großen Rumpffenster, aber im Salon auch über die Skylights. Alle Salonfenster im Aufbau sind zu öffnen, die großen Fenster zu beiden Seiten des Niedergangs sorgen für extra Licht in den Achterkammern. Sehr toll gelöst, Hanse!
Zusammenfassung und Fazit
Lohnt es sich, die Hanse 590 zu kaufen?
Das sehr moderne, leicht aggressive Außendesign passt bei der Hanse 590 wunderbar zu der guten Segelperformance der Yacht. Der langgezogene Rumpf sorgt für eine hohe Geschwindigkeit, wenn man das klassische, einfach zu bedienende Rigg und gutes Tuch wählt. Innen überzeugt sie mit einem modernen, eher sachlichen Möbeldesign, welche wenige – dafür aber beeindruckende – Highlights bietet. Die Yacht kann mit unheimlich vielen Gestaltungsoptionen immens individualisiert werden, was fast ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber den Mitbewerbern ist. Sie eignet sich aus unserer Sicht für Segler, die eine Langfahrtyacht kaufen und lange Zeit an Bord verbringen wollen, und lädt ein, nicht immer nur den Autopiloten steuern zu lassen: Ein würdiges, schickes, schnelles Flaggschiff!
Die Hanse 590 auf dem Gebrauchtmarkt – eine Alternative?
Auf dem Gebrauchtbootmarkt sind wenige Hanse 590 zu finden. Das liegt an der noch relativ jungen Fertigungsgeschichte dieses Bootes. Dennoch tauchen immer mal wieder Einheiten auf. Achten Sie bei diesen Angeboten in jedem Fall darauf, dass Sie nicht die 4- oder 5-Kabinen-Variante (aus der Charter) erwischen, es sei denn natürlich, Sie möchten explizit ein Mehrkabinen-Boot kaufen. Achten Sie auch in jedem Fall auf den Mehrwertsteuer-Status, denn bei Yachten dieser Größe sind bei internationalen und Nicht-Käufern durchaus Netto-Käufe und Netto-Finanzierungen Usus, die beim privaten Kauf eine Mehrwertsteuer-Nachversteuerung (allerdings zum Zeitwert) erfordern.
Hanse 590 kaufen - Das gefällt uns besonders:
- Schönes, leicht aggressives Exterieur, das zur Segelperformance passt.
- Sehr viele Individualisierungs-Möglichkeiten.
- Beeindruckend gut gemachtes, sachlich-modernes Interieur.
Hanse 590 kaufen - Da sollten Sie genau hinschauen:
- Außendesign könnte zu aggressiv wirken, Negativ-Steven könnte aus dem Trend fallen.
- „Verschenkter“ Platz im Cockpit (doppelte L-Bänke „wie im Kino“).
- Komplexe Optionen wollen gut überlegt sein.
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