10.09.2026
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Mit Sailing Uma rund um die Welt


Am 15. November 2026 wollen Dan und Kika Deckert mit ihrer Segelyacht Uma von Gibraltar zu einer außergewöhnlichen Weltumsegelung aufbrechen. Ihr Ziel ist es, die Reise innerhalb von zwölf Monaten zu absolvieren, ganz ohne fossile Brennstoffe für Antrieb, Stromerzeugung an Bord oder zum Kochen. Das bedeutet: kein Dieselmotor, kein Generator und kein Kochgas.


Segeln bleibt die wichtigste Antriebsart

 

Die geplante Route führt von Gibraltar über den Atlantik und um Kap Hoorn, anschließend durch den Südpazifik, an Australien vorbei, über den Indischen Ozean, um das Kap der Guten Hoffnung und schließlich erneut über den Atlantik. Das Segeln wird dabei Umas wichtigste Fortbewegungsart bleiben. Solarenergie, Batteriespeicher und die Rekuperation während des Segelns sollen die Energie für Antrieb, Navigation, Kommunikation, Kochen und den Alltag an Bord liefern. Wenn das Vorhaben gelingt, könnte die Reise nach Einschätzung von Sailing Uma die erste vollständig absolvierte Weltumsegelung mit einer wirklich rein elektrisch betriebenen Fahrtensegelyacht werden.

 

Von der klassischen Fahrtenyacht zum elektrischen Hochseesegler

 

Uma ist eine Pearson 36 aus dem Jahr 1972 und dient Dan und Kika seit 2014 als Zuhause, Werkstatt und Testplattform. Sie entfernten den ursprünglichen Dieselmotor des Bootes und begannen ihre elektrische Reise mit einem gebrauchten Gabelstaplermotor und einigen Batterien. Im Laufe des folgenden Jahrzehnts entwickelte sich dieses einfache System kontinuierlich weiter, während das Paar von den Tropen der Karibik bis in die Hocharktis und nach Spitzbergen segelte. Für die bevorstehende Weltumsegelung wurde die Yacht erneut umfassend umgebaut. Die aktuelle Uma 3.0 verfügt über einen elektrischen Doppelantrieb von Oceanvolt, 3 kW Solarleistung, 50 kWh Batteriespeicher und eine Rekuperationsleistung von bis zu 1 kW während des Segelns. Mit einer Länge von 36 Fuß beziehungsweise rund 11 Metern ist Uma kein eigens entwickelter Laborprototyp, sondern eine jahrzehntealte Fahrtenyacht, die durch viele Jahre praktischer Nutzung, Reparaturen und Experimente geprägt wurde.

 

Zwölf Jahre Erfahrung auf See

 

Die Geschichte von Dan und Kika ist mindestens ebenso bemerkenswert wie die Technik an Bord. Als sie Uma 2014 kauften, hatte keiner von beiden Segelerfahrung. Die beiden lernten sich während ihres Architekturstudiums kennen und kauften nur wenige Monate nach ihrem Abschluss das in die Jahre gekommene Segelboot, das sie in den folgenden zehn Jahren zu einem weitgehend autarken Zuhause umbauten. Seitdem haben sie mehr als 30.000 Seemeilen zurückgelegt, über 30 Länder besucht und zwölf Jahre an Bord von Uma gelebt. Im Jahr 2021 brachte Uma sie außerdem ohne Dieselantrieb bis nach Spitzbergen. Für Dan und Kika ist die Weltumsegelung deshalb kein einmaliges Abenteuer oder medienwirksamer Versuch, sondern der nächste Schritt in einem langen Entwicklungsprozess, der von Ozeanpassagen, technischen Problemen, Reparaturen und kontinuierlicher Weiterentwicklung geprägt ist.

 

Ein Praxistest für elektrisches Fahrtensegeln

 

Gerade diese Erfahrung macht das Projekt besonders interessant für Seglerinnen und Segler, die sich für elektrische Antriebe interessieren. Statt das Konzept unter idealen Bedingungen zu testen, wird die Weltumsegelung Umas Energiesystem mit den tatsächlichen Anforderungen des Langstreckensegelns auf offener See konfrontieren. Alle wesentlichen Systeme an Bord, vom Antrieb und der Navigation über die Kommunikation bis hin zum Kochen und zur Wasseraufbereitung, sollen ausschließlich mit Energie betrieben werden, die durch Solarstrom und Rekuperation während des Segelns erzeugt wird. Ob Uma die gesamte Weltumsegelung tatsächlich innerhalb von zwölf Monaten schaffen kann, wird sich letztlich auf See entscheiden. Sicher ist jedoch, dass dieses ambitionierte Vorhaben mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung mit elektrischem Segeln, Bootsbau und dem Leben an Bord vereint.

 

Die Weltumsegelung wird auf der Website von Sailing Uma, in ihren Videos, mit regelmäßigen Reise-Updates sowie über das Live-Tracking dokumentiert.